Home
Über jo.weber
Galerie
Archiv
Kontakt
Links
   

 

NIKON TC-17 E II + NIKON AF-S VR 70-200/2,8G IF-ED

Dieser Beitrag beschäftigt sich hauptsächlich mit den technischen Eigenschaften des NIKON Telekonverters TC-17 E II, hier kombiniert mit dem Telezoom NIKON AF-S VR 70-200/2,8G IF-ED. Grundsätzlich dienen Telekonverter einer Verlängerung der Objektivbrennweite. Dabei tritt in Abhängigkeit vom Verlängerungsfaktor generell ein Verlust der Lichtstärke auf. Darüber hinaus sind mehr oder weniger stark ausgeprägte Einbußen bei der optischen Abbildungsgüte in Kauf zu nehmen. Für den Einsatz in Verbindung mit Telekonvertern gelten lichtstarke Festbrennweiten mit einer Anfangsöffnung von f/2,8 und schneller als am ehensten geeignet. Langsamere Objektive eignen sich aufgrund des Verlustes an Lichtstärke und damit einhergehenden Fokussierungsproblemen weniger, Zoomobjektive gelten als am wenigsten geeignet. Eine Ausnahme stellt das im vorliegenden Bericht verwendete Profi-Telezoom von NIKON dar, weshalb diese Kombination in einschlägigen Foren immer wieder von Neuem diskutiert wird.

Lieferumfang

Der Telekonverter wird mit zwei Verschlusskappen aus Kunststoff und einem Aufbewahrungsbeutel geliefert. Während der hintere Verschlussdeckel (Typ LF-1) baugleich mit den Deckeln der NIKON - Objektive ist, entspricht der vordere Deckel (Typ BF-3A) nicht den Verschlüssen der NIKON - Bodys. Zur Unterscheidung ist dieser Deckel nicht - wie sonst üblich - schwarz, sondern hellgrau gefärbt. Erforderlich ist der spezielle Deckel, weil auf der Vorderseite des Telekonverters ein Glaselement herausragt. Dieses Element ist in Gummi eingehüllt, um einen gewissen Schutz vor Beschädigung zu gewähren. Beim Aufsetzen von Objektiven ist an dieser Stelle dennoch Vorsicht angebracht.

Haptische & mechanische Eigenschaften der einsatzbereiten Kombination

Vorausgesetzt, man hat ein schwarzes Objektiv zur Hand, fügt sich der Telekonverter zwischen Body und Objektiv absolut unauffällig in das System ein. Der TC-17 E II verlängert das Gesamtsystem um 32 mm, wodurch es in mancher Tasche eng werden kann. Die mechanischen Eigenschaften sind erstaunlich gut, was jedoch in dieser Preisklasse durchaus erwartet werden darf. Die Bajonettanschlüsse des Telekonverters gehen sowohl zum Objektiv als auch zum Body hin Vertrauen erweckende Verbindungen ein. In radialer Richtung ist keinerlei spürbares Spiel vorhanden. Lediglich in axialer Richtung besteht systemtypisch geringfügiges, rotatorisches Spiel. Die Kombination macht insgesamt einen sehr robusten und soliden Eindruck. Einzig zu bemängeln ist die fehlende Dichtungslippe am TC-17 E II. Dadurch wird zwischen Telekonverter und Body eine Eintrittspforte für Feuchtigkeit im ansonsten vollkommen abgedichteten System geschaffen.

Optische Eigenschaften der Kombination

Der TC-17 E II stellt mit seinem Verlängerungsfaktor von 1,7 einen gesunden Kompromiss zwischen Zugewinn an Brennweite und Abnahme des optischen Auflösungsvermögens dar. Das AF-S 70-200/2,8G IF-ED hat in Verbindung mit dem TC-17 E II einen Brennweitenbereich von 119 bis 340 mm, die größte Blendenöffnung liegt bei f/4,8. An einer DX - Kamera resultiert daraus ein Brennweitenbereich von 178,5 bis 510 mm. Insbesondere am langen Ende sind die Grenzen für Fotos aus der Hand schnell erreicht. Die Verwendung eines Stativs ist daher bei nicht optimalen Lichtverhältnissen generell anzuraten, zumal der Bildstabilisator des AF-S 20-200/2,8G IF-ED nur noch begrenzt in der Lage ist, die Verwacklungsamplituden bei dieser langen Brennweite zu kompensieren. Man sollte frühzeitig höhere ISO - Geschwindigkeiten verwenden, um möglichst kurze Belichtungszeiten zu erhalten.

Testbilder

Bei den folgenden Testbildern handelt es sich um 100 % - Ausschnitte aus Freihandaufnahmen. Die Bilder wurden lediglich einer Korrektur von Tonwerten und Gradation unterzogen. Eine Nachschärfung erfolgte nicht. Da digitale Bilder heute in der Regel eine Nachschärfung erfahren, sind in den Testbildern auch moderat nachgeschärfte Versionen hinterlegt. Fahren Sie mit dem Mauszeiger über die Bilder, um diese nachgeschärften Variaten zu sehen. Dadurch wird ersichtlich, was mit dem Bildmaterial maximal möglich ist. Ein Klick auf die einzelnen Bilder zeigt jeweils die gesamte Aufnahme, für die Webpräsentation verkleinert und ebenfalls moderat nachgeschärft .

 

Testbild TC-17 E II

Auge eines Pinguins
340 mm, 1/1000 s, f/8, ISO 400 - NIKON D200
Rollover für nachgeschärfte Version, Mausklick für das Gesamtbild (leicht nachgeschäft)

 

Testbild NIKON TC-17 E II + AF-S 70-200/2,8G IF-ED

Flamingoauge
340 mm, 1/1000 s, f/8, ISO 400 - NIKON D200
Rollover für nachgeschärfte Version, Mausklick für das Gesamtbild (leicht nachgeschäft)

 

Testbilder - EAN-Code (100% - Ausschnitte)

Für die Testbilder eines EAN-Codes wurde die PET - Flasche eines weltbekannten, koffeinhaltigen Softdrinks im Abstand von etwa 250 cm vor der Kamera platziert und homogen mit Tageslicht ausgeleuchtet. Die Aufnahmen erfolgten unter Verwendung von Spiegelvorauslösung und Auslöekabel vom Stativ aus, wodurch die Verwacklungsgefahr auf ein Minimum reduziert wurde. Bei den einzelnen Bildern handelt es sich um absolut unbearbeitete 100 % - Ausschnitte aus dem Bildzentrum.
Die Ergebnisse sind ebenso abstrakt zu interpretieren, wie es das Motiv als solches ist. Während bei Offenblende f/4,8 relativ weich aufgelöst wird, werden die Ergebnisse bei Blende f/5,6 bereits besser und ab f/8 gut bis sehr gut. Die hier noch vorhandenen optischen Defizite dürften auf chromatische Abberationen zurückzuführen sein, die durch die hohen Kontraste hervorgerufen wurden. Die ebenfalls bei Blende f/8 entstandenen Tieraufnahmen zeigen keinerlei deratige Effekte.
Bei Blende f/11 erreicht die Auflösung ihr Maximum und dürfte als "ausgezeichnet" zu bewerten sein.

Fazit

Der Telekonverter NIKON TC-17 E II stellt nach Ansicht des Autors einen praxistauglichen Kompromiß aus Brennweitenverlängerung und Einbußen an optischer Abbildungsleistung dar. Betrachtet man auf der Suche nach langen Brennweiten die Preise für professionelle Supertele-Objektive von NIKON oder auch von Drittanbietern, erscheinen die mit dem Telekonverter erzielbaren Resultate - insbesondere unter Berücksichtigung seines Kaufpreises von derzeit etwa 400 € - als durchaus zufriedenstellend. Darüber hinaus glänzen Telekonverter generell mit ihrer Eigenschaft, nicht nur ein einziges Objektiv, sondern auch jede andere kompatible Linse (siehe hierzu www.nikon.de) zu verlängern.

 

 

   

 

 

   

Impressum --- © 2002 - 2010 jo weber. all rights reserved.