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Abenteuer auf Stora Le und Foxen | Schweden 2010

22. - 23.05.2010

Wie schon im letzten Jahr führt uns die Reiseroute via Storebaelt- und Öresundbrücke nach Schweden, um die An- und Abreise unabhängig von den Abfahrtszeiten der Fährverbindungen zu gestalten. Mit fliegendem Fahrerwechsel fahren wir die Strecke von etwa 1.500 km in einem Zug durch. Nachdem wir gegen 11.30 Uhr in Hachenburg aufgebrochen sind, erreichen wir den Storebaelt gegen 19:30 Uhr. Am Westufer nehmen wir die sonnige Abendstimmung zum Anlass für eine kurze Pause am Fuße der Storebaeltbrücke.

 

Stoerebaelt-Brücke

Storebaeltbrücke in der Nähe von Knudshoved, Dänemark

Die Maut für die Fahrt über beide Brücken haben wir über oeresund-bruecke.de bereits im Voraus gezahlt. Mit dem vor Reisebeginn gelieferten Transponder an Bord, passieren wir die Mautstellen ohne weitere Verzögerungen.

 

Mautstation Öresundbrücke

Mautstation vor der Öresundbrücke

Da wir mit jedem Kilometer weiter Richtung Norden kommen, ist die Nacht vergleichsweise kurz. Gegen 03:30 Uhr kommen wir in Dals Ed an und es ist fast schon taghell. Wir inspizieren die Öffnungszeiten der lokalen Geschäfte, den Ortskern und den Hafen. Der See liegt spiegelglatt vor uns und wir suchen uns ein abgelegenes Plätzchen, um uns von den Strapazen der Fahrt zu erholen.

Die Geschäfte öffnen am Pfingstsonntag (!) um 09:00 Uhr und wir decken uns im "coop | Konsum" mit dem wirksamen Mückenvergrämungsmittel US622 ein. Schwierig gestaltet sich der Erwerb der Angellizenz. So teilt uns ein Mitarbeiter der Shell Tankstelle mit, man könne für den Stora Le keine Angellizenz erwerben, sondern man dürfe dort nur angeln , wenn man ein Ufergrundstück besitze. Da wir in der Vergangenheit bereits eine solche Lizenz erworben hatten, wissen wir, dass diese Information falsch ist und setzen unsere Suche fort. Der freundliche Mitarbeiter in der Zentrale des Campingplatzes am Lille Le verweist uns an das im Ortszentrum ansässige Fachgeschäft für Angelzubehör, welches am Pfingstsonntag leider geschlossen hat. Auf dem Weg in den Hafen fahren wir am örtlichen Kanuverleih CANODAL vorbei, über den wir schon viel Positives gehört haben. Wir entschließen uns zu einem Spontanbesuch und treffen auf den freundlichen und hilfsbereiten Eigentümer Bertil Anderson. Neben der ersehnten Fiskekort, die wir für 200 SEK/Woche (umgerechnet ca. 20 €) von ihm erwerben, hält er neben dem aktuellen Wetterbericht auch einige interessante Informationen bereit. So erfahren wir, dass die Wassertemperatur aktuell nur 5,8 °C beträgt und die Fische voraussichtlich schlecht beißen werden. Unsere Entscheidung für Trocken- und Kälteschutzbekleidung hat sich somit bereits als richtig erwiesen, bevor wir die Boote zu Wasser gelassen haben.

Wir verabschieden uns von Bertil Anderson und begeben uns in den Hafen. An der Einstiegsstelle, die sich ganz links hinter der Steganlage für die Sportboote versteckt, beladen wir unsere Boote. Wir stellen das Auto auf dem Langzeitparkplatz ab und entrichten die Parkgebühr, indem wir den passenden Geldbetrag (10 SEK/Tag) in einen mit dem Kfz-Kennzeichen beschrifteten Briefumschlag stecken, den wir in einen Metallkasten am schwarzen Brett des "DALS EDS BATKLUBB" einwerfen.

 

Paying the parking fee at the harbour in Dals Ed

Die Parkgebühr wird in einen beschrifteten Briefumschlag in diesen Kasten eingeworfen

Unsere Reise beginnt auf einem aufgewühlten Stora Le und führt uns zunächst an einem nahe bei Ed am Westufer gelegenen Wasserfall vorbei. Auf den ersten Kilometern sind die Ufer auf beiden des Sees sehr steil, günstige Lagerplätze gibt es keine.

 

Leaving Dals Ed

Die Reise beginnt auf einem rauen Stora Le

Waterfall at lake Stora Le

Wasserfall am Stora Le

Auf unserer Fahrt Richtung Norden ereilt uns plötzlich ein unerwartet heftiger Regenschauer und wir erhalten eine saftige Auffrischung unseres Trainings in Bezug auf Sturmböen, Wellengang und dem daraus resultierenden Fahrverhalten unserer schwer beladenen Kajaks. Nach 10 Minuten ist der Spuk genauso schnell wieder vorbei, wie er gekommen war. Nach etwa 12 Kilometern erreichen wir die Insel Skottön und schlagen unser Lager zwischen zwei offiziellen Lagerplätzen am Westufer auf. Um an diesen so genannten Shelter-places übernachten zu dürfen, muss man eine NATURVÅRDNADSKORT (Naturschutzkarte) erwerben. Während Gruppen mit mehr als zwei Personen verpflichtet sind, an offiziellen  Plätzen zu campieren, können wir uns einen geeigneten Lagerplatz nach den Spielregeln des Jedermannsrechts aussuchen.
Bereits bei unserer Ankunft bemerken wir, dass die Insel fest in der Hand von Waldameisen ist. Da wir jedoch nach der langen Fahrt durch die Nacht recht erschöpft sind, errichten wir dennoch unser Lager. Die Ameisen erweisen sich als sehr unangenehm und krabbeln an allem hoch, das irgendwie in Kontakt zum Boden steht. Gerade als die gekühlt nach Schweden mitgebrachten Steaks fertig gegrillt sind, ergießt sich zu allem Übel ein weiterer Regenschauer über uns und unser Abendessen fällt ins Wasser.
Wir fühlen uns von Schwedens Wildnis wenig herzlich empfangen und legen uns früh schlafen.

 

         
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